Von:
Birgit Görmann

e-leise.de

Für mich sind die Momente am Morgen etwas ganz Besonderes. Alles ist noch ganz still und noch nicht von der Hektik der Menschen vereinnahmt. Die Sonne bahnt sich langsam ihren Weg in den Tag. Kaum jemand auf den Straßen und im Haus ist es ganz leise. Die Welt liegt ruhig und friedlich vor mir.

Ich sehe dann gerne mit meiner Tasse in der Hand aus dem Fenster und beobachte. Das sind Augenblicke ganz für mich alleine. Kein Stress, keine Termine und Verpflichtungen. Dann nehme ich gerne mein Losungsbuch zur Hand und lese die Texte für den Tag. Leise. Eine Bibelstelle aus dem Alten und eine aus dem Neuen Testament. Dazu ein Gebet. Und dann bin ich nicht mehr alleine.

Viel besser. Diese Minuten gehören nicht mehr nur mir, sie gehören mir und Gott gemeinsam. Wenn die Welt so still vor meinem Fenster liegt und ich ganz leise in mich hineinhöre, kann ich seine Güte und seine Liebe deutlich in mir spüren. Ganz leise klopft er an und bittet, dass ich ihn einlasse. Wenn ich das zulassen kann, dann bin ich erfüllt, dann werde ich ganz. Das Tüpfelchen sitzt auf dem i. Gott kommt dann ganz leise zu mir, wie ein Säuseln, ein Windhauch. In meinem Herzen kann ich dieses Gefühl verschließen und manchmal gelingt es mir auch, es mit durch den Tag zu nehmen. Im Bestfall gebe ich es an andere weiter. Und auch dies geschieht dann ganz leise, in den kleinen Gesten des Alltags, in leisen Worten und Zuspruch, nicht im lauten Getöse und Gebrüll.